Author Archives: Britta Biedermann

Es regnete wieder viel. Manchmal kamen dieselben Regenwolken nochmals vorbei. Nachdem sie von hier mit Westwind und Linksdrehung über die Ostsee zur Nordsee gelangten, um dann wieder mit dem Westwind sich über Gammelgab zu entleeren. So kam es mir jedenfalls vor. Nach dem Vollmond kam dann aber schönes Wetter und die Gäste:  Büslireisende Doro und Vital waren auf dem Weg nach Norwegen. Mein Shelter wurde offiziell auf der Tourismus Seite aufgeschaltet und ich begrüsste die ersten Wanderer. https://www.visitsonderjylland.de/tourist/informationen/shelter-gammelgab-gdk1145398 Ebenso katzenliebenden Freunde aus der Schweiz, die 4 Tag bei mir waren. Jeannette und Roger konnten sich erholen und wir hatten eine gemütliche Zeit zusammen. Die erste Kartoffelernte zeigte, dass die Sorte Solist eine grosse Kartoffel ist, pilzresistent ist jedoch nur die Sorte Aloutte. Es blieb auch Zeit um eine Bier Shampoo Seife herzustellen, und die langen Schatten an den langen Abenden zu geniessen.

Meine erste Workawayerin dieses Jahr war Rachael. Sie lebt in Zypern und war für über eine Woche hier. Ihr Eindrücke und Erlebnisse hat sie in einem Facebook Eintrag festgehalten (englisch).

Endlich Sommer – doch er kam nur in kleinen Portionen. Sommer ist auch die Zeit, wo ich am wenigsten schlafe. Die Nächte sind hell, wir haben hier in diesen Breitengraden die noctilucent clouds also die leuchtenden Nachtwolken.Anfang Juni kam mein Bruder zu Besuch und half bei der Honigernte. Anschliessend hatte ich Campinggäste aus der Schweiz. Regula und Beat waren schon mal hier und auch dieses Mal erhielt ich wertvolle Hilfe. Ende Juni hatte ich Übernachtungsgäste im Shelter. Mein Grossvetter mit Freundin sind den Gendarmweg gewandert. Ebenfalls traf meine Workawayerin ein, die für über eine Woche grandiose Arbeit leistete. Ich konnte endlich vieles abhacken, und darüber hinaus haben wir Shampoo Seife gemacht. Davon dann aber im nächsten Blog.

Der Mai ist Gartenmonat. Von einer Ruder Kollegin habe ich Schafwolle bekommen, um meine Obstbäume zu mulchen. Camper Gäste aus Hamburg, und eine ehemalige Arbeitskollegin kam mich besuchen. Esther und Willy hatten ein grosses Wohnmobil, das nach einem Tag Regen so weit in den Boden einsanke, dass mein Nachbar sie mit dem Traktor rausziehen musste. Die Bienen schwärmten leider auf einen hohen Baum und ich musste sie ziehen lassen. Viele Wildtiere wieder zurück und es wird je länger je harmonischer ums Haus.

Der April war wirklich, wirklich nass und regnerisch, und schlug alle Rekorde. Immerhin konnte ich die Kartoffeln setzen. Bärlauch fand ich nördlich vom Flughafen Sonderborg. Brennesseln und Brombeeren liessen sich relativ leicht aus der nassen sandigen Erde graben. So hatte die Nässe doch auch ihr Gutes und ich hatte vereinzelt Häuschenschnecken bis ins Haus. Zwei Brandgänse waren für fast eine Woche auf dem Acker vor der Scheune. Solche Gänse oder Enten hatte ich noch nie gesehen und www liess mich dann noch mehr herausfinden. Meine Gäste Monika und Martin lehrten mich die Obstbäume zu schneiden. Eine nicht ganz einfache Sache, aber sie waren gute Lehrer und ich bin zuversichtlich für das nächste Jahr.

Im März konnte ich schon viel in meinem Garten arbeiten, dabei ist mir dieser Apfel ins Auge gefallen und ich musste an meine Studienzeit denken. In einem Semester hatte ich Friedrich Nietzsche und wir lasen «Die fröhliche Wissenschaft». Der Aphorismus “Aus dem Paradies. — „Gut und böse sind die Vorurteile Gottes“ — sagte die Schlange“ hatte mich lange beschäftigt. Viel später fragte ich mich auch, was ist eigentlich mit dem Öpfelbütschgi* geschehen? Antworten bekomme ich bis heute immer wieder, so auch als ich diesen einen Apfel auflas. *Apfelbütschgi = Kerngehäuse eines Apfels

Der Februar 2024 war extrem nass. In der hügeligen Landschaft von Broagerland bildeten sich in allen Vertiefungen kleine Pfützen, Seelein und Teiche zur Freude einiger Vögel. Danmarks Meteorologiske Institut (DMI) verzeichnete im Februar letzten Jahres 35 mm Niederschläge und im Februar 2024 hatten wir fast dreimal soviel nämlich 112,6 mm. Selber hatte ich aufsteigendes Grundwasser in meinem kleinen 10m2 Kartoffelkeller und musste es abpumpen. So sauber war der Keller noch nie 😊. Die Katzen spielten indes mit dem Wasserstrahl im Garten

Momentan habe ich sechs Hühner. Die scharren um das Haus oder in den Hecken. Sie sind wertvolle Mitarbeiterinnen auf dem Hof. Sie haben noch um die 300 gr. Kartoffeln hervorgescharrt, die ich nicht ausgestochen habe. Manchmal scharren sie auch merkwürdige Dinge aus dem Boden.

Anfang Dezember fiel Schnee, das war schön. Es war viel Schnee, der schmolz nach einer Woche wieder weg. Regen, Nebel und tagelange Bewölkung kamen als Nächstes.Dann kurz vor Weihnachten Schnee und Sonne, wobei die Sonne tief am Horizont stand. Sie wärmt nicht, gibt nur weisses Licht.

Im November ziehen Wildgänse über das Land. An der Westküste Dänemarks sind es oft ein paar Hundert. Hier an der Ostküste sind es weniger. Dieses Jahr haben sie sich auf dem Nachbarfeld niedergelassen. Sie blieben über eine Woche. Es war Betrieb wie auf einem Bahnhof. In der Nacht war das Geschnatter bis in mein Schlafzimmer zu hören. Manchmal gab es eine Weile Ruhe, aber dann fing eine Gans wieder an. Ich stellte mir vor, wie sie den anderen ihren Traum erzählte. Die anderen Gänse kommentierten das und erzählten ihre Träume. Einige schnatterten im Chor: «Wir habe nichts geträumt»

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